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  Malaysia - Lankayan      
  Diesseits von Eden     Seite 2

Starthilfe

"Wake up, wake up" rufend läuft Ricky den Strand hinauf und entschuldigt sich, uns bereits um halb sieben Uhr morgens aus den Betten zu holen. Macht nichts, die Sonne hat uns bereits wachgekitzelt, denn wir hatten die Tür offen gelassen, um nachts Wind, Mond und Sterne einzulassen. Der Grund für Rickys Aufregung sind etwa 200 Schildkrötenbabys, soeben geschlüpft. 60 Tage haben die Eier wohlbehütet im warmen Sand geruht und nun ist es soweit, die Babys krabbeln eifrig ihrer ungewissen Zukunft entgegen. Am frühen Morgen herrscht Ebbe und das ist für die kleinen Paddler der ideale Start in die weite See. So schnell sie können, versuchen sie das Meer zu erreichen. Helfen ist streng verboten, schliesslich müssen sie sich während der Krabbeltour den Ort einprägen, an den sie später zur eigenen Eiablage zurückkehren. Nichts von den lauernden Gefahren ahnend, stürzen sie sich in die Fluten. Schon wenige Stunden später wird ein Grossteil von ihnen nicht mehr am Leben sein und nur wenige erreichen eine Grösse, die sie für ihre Fressfeinde uninteressant macht. Wer es aber schafft, wird nach Lankayan zurückkehren, und den Umlauf des Lebensrades zu vollenden.

_______________ Schildkrötenbaby kurz nach dem Schlüpfen auf dem Weg ins Meer

Abgetaucht - der erste Kontakt mit dem neuen Lebensraum Ozean_______________

Tauchen

Wer Begegnungen mit den "Big Five" sucht, sollte woanders hinfahren. Wer sich an Raritäten im Kleinformat erfeuen kann, ist hier genau richtig. Bei drei Bootstauchgängen pro Tag erscheinen Geisterfetzenfisch und Seepferdchen auf Bestellung, ebenso ein riesiger Brunnenbauer. Für die Parade buntester Nacktschnecken ist die Gegend ohnehin berühmt. Die Spuren der Dynamitfischerei sind leider noch allgegenwärtig. Aber es ist auch zu sehen, dass sich das Riff und seine Bewohner davon erholen. Bisher sind etwa 24 Tauchplätze erkundet, ständig kommen weitere hinzu, dank Rickys und Bambis Entdeckungslust. Bei den meisten handelt es sich um sanfte Hügellandschaften oder Sandflächen mit grossen Korallenblöcken, nur an wenigen Stellen beginnt das Riff tiefer als fünf Meter unter der Oberfläche und fällt dann bis auf 30 Meter und mehr ab. Alle Tauchplätze sind in maximal 10 Bootsminuten erreicht. Das Wasser ist nährstoffreich, die Sicht schwankt zwischen fünf und höchstens einmal 30 Metern. Doch für diese Beeinträchtigung wird man durch einen beeindruckenden Artenreichtum entschädigt.

  Warzennacktschnecke auf einem Schwamm _Dorniges Seepferdchen am Steg von Lankayan_Federsternkrebs zwischen den fragilen Armen seines Wirtes_Riesenanglerfisch_Peitschenkorallengrundel

 Geisterpfeifenfisch zwischen den Armen eines Federsterns

Tauchplätze

Einer der schönsten und mit knapp 30 Meter auch einer der tiefsten Tauchplätze ist das Lankayan Wreck. Das 23 Meter lange Schiff steht aufrecht im hellen Sandboden. Erst vor zwei Jahren als künstliches Riff versenkt, ist der chinesische Fischkutter bereits über und über von kleinen Korallen, Federsternen und Muscheln besetzt. In den Luken stehen ganze Wände von Glasfischen, dazwischen quetschen sich reihenweise Fledermausfische, während ausserhalb eine grosse Makrelenschule patrouilliert. Sonst wegen der guten Tarnung nur schwer auszumachen, muss man nach Geisterfetzenfischen nicht lange suchen. In beinahe jedem Federstern und jeder Koralle stehen kopfüber mindestens zwei Exemplare, farblich perfekt an die Umgebung angepasst. Über dem Wrack herrschen häufig heftige Oberflächenströmungen, die am Schiff selbst aber kaum zu spüren sind. Ein zweites, nicht ganz so schönes Wrack befindet sich an der gegenüberliegenden Inselseite. Häufig von der Tauchbasis angefahren wird der Malu Malu Point. Obwohl die Korallen ausgerechnet an diesem Platz als dürftig bezeichnen werden müssen, können während eines Tauchganges mindestens ein Dutzend verschiedene Arten von Nacktschnecken entdeckt werden. In erster Linie zeichnet sich der Platz aber durch einen besonders eigentümlichen Gewohner aus. Ein Vertreter der Gattung Kiefernfische, genauer ein Brunnenbauer steckt seine Glubschaugen aus einem Häufchen Korallenmüll, den er als Behausung zusammengetragen hat. Mit einer Körperlänge von etwa 30 cm handelt es sich eindeutig um ein erwachsenes Exemplar seiner Art, die eine Maximalgrösse von etwa 45 cm erreichen kann. Mit etwas Glück entdekct man eine der schwarzen Geistermuränen. Es handelt sich dabei um geschlechtslose Exemplare, die sich noch in den Flegeljahren befinden. Erst später mit Erreichen der Geschlechtsreife und Umwandlung zum Männchen werden sie das fotogene blaugelbe Farbkleid tragen. Auch in diesem Entwicklungsstadium sind Geistermuränen im Riff zu finden. die Korallenstöcke auf dem Riffdach des "North Coral Garden" konnten dem Schicksal der Dynamitfischerei entgehen. Fledermaus-, Kaiser- und Falterfische tummeln sich genauso wie die zarten Halfterfische. Eine Schule Korallenwelse führt dicht gedrängt Wassertänze auf, bis un die Augen zu schwirren beginnen.

Langflossenfledermausfische__Geisterpfeifenfische im Doppel

 

Gut getarnte Geisterpfeifenfische in einer Koralle__ Langhorn-Kofferfisch in der Nacht

 

Riesenanglerfisch beim Gähnen__Männliche Geistermuräne (Blau-Gelb)

Korallenwelse__Clownfische in ihrer Wirtsanemone

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